„Jeder sollte das Lesen für sich entdecken.“

 Verlagsgruppe Droemer Knaur veröffentlicht folgende Begegnung:
 So liest man heute.

 Auf dem roten Teppich: Christel Siemen

BergseeHintergrundBlog»Jeder sollte das Lesen für sich entdecken«

 

Beschreiben Sie sich mit drei Worten!

Ich bin zuverlässig. Ich gebe nicht auf. Ich probiere gerne etwas Neues aus.

 

Was macht Ihnen schlechte Laune, was macht Ihnen Freude?

Schlechte Laune: Wenn andere Leute schlechte Laune haben.

Freude: Wenn sie Sonne scheint.

Sie können Frühstück, Mittag- und Abendessen an drei unterschiedlichen Orten auf der Welt einnehmen – wohin führt Sie diese Reise?

Frühstück: Brunch mit Freunden bei mir zu Hause.

Mittagessen: Picknick auf einer Bergwiese in den Alpen.

Abendessen: In einem Hotel in Südtirol, wo ich schon mal Urlaub gemacht habe.

Wie sieht ein perfekter Tag für Sie aus?

– schmerzfrei sein

– mit der Familie hinaus in die Natur radeln

– lecker essen

– ein gutes Buch lesen

– schwimmen gehen

Woher kommen die Inspirationen zu Ihren Büchern?

Ich liege nachts in meinem Bett und denke mir Geschichten aus. Dieses abendliche Ritual ist vor Jahren entstanden, als ich wegen einer seinerzeit unlösbaren Schmerzerkrankung nicht mehr schlafen konnte. Inspiration sind Filme und selber Gelesenes.

Neben der Arbeit als Schriftsteller – was wären alternative Berufe für Sie? Und warum?

Ich habe lange in einer Bank gearbeitet. Das hat gut zu mir gepasst. Ich fand es interessant, dass jeder Kunde (in der Immobilienabteilung jedes Objekt) und jeder Kollege seine eigene Geschichte hatte. Viele soziale Kontakte.

Ich bin mit Leib und Seele Mutter. Es erfüllt mich, meine Kinder in ihren einzelnen Lebensabschnitten zu begleiten. Jeder Tag ist anders. Es wird nie langweilig und es ist schön, für jemanden da sein zu können.

Ich kann mir auch gut vorstellen, Heilpraktikerin zu sein. Mit den Praktiken habe ich mich wegen meiner eigenen Krankheitsgeschichte oft beschäftigt. Alternative Heilmethoden erschließen den ganzen Menschen.

Haben Sie einen Lieblingsautor? Wer ist es und weshalb?

Nicholas Sparks. Ich kann in seinen Geschichten abtauchen und um mich herum alles vergessen. So möchte ich auch schreiben können.

Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

»Franziskus – Zeichen der Hoffnung« von Andreas Englisch

Welches Buch sollte jeder einmal gelesen haben?

Das kann ich nicht sagen. Aber jeder sollte das Lesen für sich entdecken und dann herausfinden, was er gerne liest. Geschmäcker sind doch unterschiedlich. Ich beobachte, dass die Jugend heutzutage leider nicht mehr gerne liest.

Welche Person – aus Roman, Film oder dem öffentlichen Leben – würden Sie gerne treffen? Und was würden Sie zu ihm/ihr sagen?

Meine Bücher »Tangata Whenua« und »Maori Healing« spielen auf einer neuseeländischen Farm. Die Idee zu dieser Geschichte war ein Bericht im westfälischen Wochenblatt. Eine Landwirtstochter absolvierte ein Praktikum auf einer neuseeländischen Rinderfarm und verliebte sich in den Farmer dort und wanderte aus. Ich würde diese Leute gerne einmal auf ihrer Farm besuchen und mir von ihnen ihren Betrieb zeigen lassen. Ich selber bin auf einer Rinderbesamungsstation groß geworden und habe immer Bezug zur Landwirtschaft gehabt. Für mich wäre es interessant zu erfahren, wie das Leben dort auf der anderen Seite der Erde abläuft. Eine spezielle »Berühmtheit« verehre ich nicht.

Bei welchem historischen Ereignis wären Sie gerne Zeuge gewesen?

Ich wäre gerne dabei gewesen, als im Radio verkündet wurde »Hitler ist tot, der Krieg ist vorbei«.

Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, wie sähen sie aus?

– schmerzfrei sein und tun können, wann und was ich immer will

– Dass mein Mann und ich am gleichen Tag im hohen Alter ohne zu leiden versterben

– Dass eins meiner Bücher verfilmt wird und am Sonntagabend um 20.15 Uhr gesendet wird

Was ist Ihre Lebensphilosophie?

Wenn es einmal schwierig wird, nicht aufzugeben und immer nach einer Lösung zu suchen.

Haben Sie schon das nächste Projekt im Kopf?

Ich würde gerne eine Biografie über die Kindheit meines Vaters schreiben. Er ist Jahrgang 1933 und auf einem Bauernhof an der niederländischen Grenze in armseligen Verhältnissen groß geworden. Mein Vater kann sich gut an die schweren Zeiten und den Krieg damals erinnern und weiß darüber viele interessante Begebenheiten zu berichten. Eventuell würde ich die Geschichte in eine fiktive Romanerzählung einarbeiten, bis zu dem Tag, wo er heiratet. Das wäre dann eine Romanerzählung aus Kriegstagen, gespielt in meiner Heimat dem Münsterland.