Die 8 Gebote fuer Schriftsteller

Die 8 Gebote fuer Schriftsteller

Liebe Blogleser, meine liebe Freundin Betty Kay, eine sehr erfahrene Schriftstellerin, hat sie für uns verfaßt. Sie hält noch viele andere gute Tipps für uns Autoren und Textliebhaber bereit. Besuch Sie doch einmal auf http://www.betty-kay.at/ und endecken die 8 Gebote fuer Schriftsteller.

Betty Kay will im folgenden auf die wichtigsten Tipps für das Schreiben eingehen. Sie hat sie zu ihren „Die 8 Gebote fuer Schriftsteller“ zusammengefasst. Befolge die “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller und aus dir wird ein Meister des Wortes.

So hier geht es jetzt zu “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”, die wichigsten Tipps für Schriftsteller und Autoren.

1. Gebot! - Stift Konzept1.  aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst dir Notizen machen!

Wie oft hat man Ideen, wenn man eigentlich nur schlafen möchte? Oder wenn man an der Supermarktkasse angestellt ist? Oder gerade in ein stinklangweiliges Gespräch verwickelt ist? Ihr müsst alle Einfälle notieren. Alle. Selbst wenn sie nicht sofort für eine ganze Geschichte oder einen Roman verwendbar sind, könnt ihr sie sicher irgendwann mit einer zweiten Idee zu einem vollständigen Konzept verknüpfen.

Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr mitten in einem Roman nicht mehr wissen, welche Haar- oder Augenfarbe die Personen haben? Doch diese Details sollte ein Autor immer parat haben. Wieviel einfacher fällt es, die Informationen in den Notizen als im ganzen Text zu suchen. Ihr müsst eure Protagonisten kennen. Dann werden sie den Autor vielleicht an der Hand in ihre persönliche Geschichte führen.

2. aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst mit dem ersten Satz deines Werkes neugierig machen!

Man hat nur eine Chance für den ersten Eindruck. Euch bleiben vielleicht fünf Seiten eines Romans, um eure Leser zu überzeugen. Bei einer Kurzgeschichte dementsprechend nur ein paar Absätze. Der Schluss eines Textes kann noch so gut sein. Wenn ihr die Leser zu Beginn langweilt, werden die es nicht würdigen können, weil sie den Text längst weggelegt haben. Weckt die Neugier auf Mehr! Überrascht! Provoziert! Eure Leser werden es euch danken.

Nehmen wir als Beispiel eine meiner Kriminalkurzgeschichten. Der erste Satz lautet:

„Sie hasste Chrysanthemen.“

Eine unerwartete Aussage, wenn der Leser eher Mord und Totschlag erwartet. Und weiter:

„Schon aus diesem Grund durfte sie nicht sterben. Die Friedhofsblumen würden auf ihr Grab gelegt. Und das in rauen Mengen, war sie sicher. Von sicher mehr als fünfzig Menschen bei ihrem Begräbnis. Als Filialleiterin einer Bank kannte man viele Leute.“

Im ersten Absatz erfährt der Leser bereits einiges über die weibliche Hauptperson. Der Leser kennt ihren Beruf, ihre Einschätzung ihrer Wirkung auf andere Menschen und ihre Befürchtung, sterben zu müssen, sowie bekommt einen ersten Einblick in ihren Charakter. Und das, obwohl die Hauptperson eigentlich nur über Blumen spricht.

3. aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst zeigen, nicht erzählen!

Diese Regel bis in die letzte Konsequenz umzusetzen, gehört zu den schwierigsten Aufgaben. Euer Hauptcharakter ist eine attraktive, schlanke Frau mit blonden Haaren, einer Größe von 1,80 und Kurven an den richtigen Stellen? Niemanden interessieren die reinen Fakten. Wie wäre es mit einer Beschreibung als Frau, die ihre Drinks in einer Bar nie selbst zahlen muss? In meinem Beispiel ist sie wütend. Runzelt sie die Stirn, treffen sich die Augenbrauen in der Mitte, kneift sie die Augen zusammen, wirft sie vielleicht sogar ein Glas an die Wand? Jeder wird sofort wissen, dass der romantische Abend mit ihrem Gegenüber soeben gestorben ist.

Stellen wir uns jetzt den typischen Treffpunkt von zwei Personen in einem Krimi vor: ein dunkles, schmuddeliges Lokal. Fügen wir ein paar Infos über die Umgebung ein, und malen wir mit der Beschreibung gleichzeitig ein Bild des Charakters der Hauptperson. Ich könnte mir folgende Formulierung vorstellen: „Beim Eintreten wäre er beinahe eine Stufe hinuntergestolpert. Der Höhenunterschied war für seinen Zustand unzureichend angezeichnet. Wenigstens verhinderte die schummrige Beleuchtung, dass der Blick aus seinen müden, blutunterlaufenen Augen sämtliche Details der abgenutzten und zu selten geputzten Einrichtung wahrnehmen konnte. Halblaut fluchend setzte er seinen Weg fort.“

4. aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst alle deine Sinne benutzen!

Sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken: im wahren Leben benutzen wir alle fünf Sinne, um unsere Umgebung wahrzunehmen und uns in prekären Situationen zu Recht zu finden. Wieso sollten die Hauptpersonen in unseren Geschichten und Romanen dies dann nicht tun? Nutzt das Fühlen, das Riechen und das Schmecken nach Möglichkeit für die Beschreibung eurer Szenen, um sie lebendig zu machen.

„Ihr Herz klopfte schneller, und das rasch pulsierende Blut in ihren Adern putschte sie auf. Alle ihre Sinne waren geschärft. Sie hörte die Musik und die Gespräche der anderen Kunden in dem kleinen Laden überdeutlich laut. In der durch geweitete Nasenlöcher eingesogenen Luft konnte sie den Geruch der Kosmetika, der Waschmittel und des Schweißes der Angestellten unterscheiden.“

oder:

„Ihre Nervenenden kribbelten voller Vorfreude. Die raue Oberfläche der Figur konnte sie bereits auf ihren Fingerspitzen fühlen.“

5. aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst Ecken und Kanten in deine Geschichten einbauen!

Ihr wisst natürlich bereits zu Beginn, wohin die Handlung eures Textes führt. Manchmal ist auch für den Leser das Ende eines Textes zu erahnen. Dennoch könnt ihr ihn überraschen: mit den unerwarteten Reaktionen der Personen in eigentlich alltäglichen Situationen, mit schillernden Charakteren, mit den Stolpersteinen, die ihr euren Protagonisten in den Weg legt. Der Weg selbst ist in einer Geschichte das Ziel. Als Beispiel, wie man eine an und für sich alltägliche Situation spannend gestalten kann, möchte ich besonders auf meine Kurzgeschichte „Dienstschluss“ aus der Kurzgeschichtensammlung „In Arbeit“ hinweisen.

6. aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst dir Hilfe holen!

Die Sichtweise von Freunden und Bekannten mag dem Ego schmeicheln. Am besten entscheidet ihr euch allerdings für Personen, die euer Werk nicht mögen. Klingt komisch? Anmerkungen von diesen Testlesern können Sie besser verwerten als die von denjenigen, die alles gut finden. Wenn ihr erstere von eurer Geschichte oder eurem Roman überzeugen könnt, dann habt ihr es geschafft.

Noch besser beurteilen kann einen Text ein Autorenkollege. Er hat das Hintergrundwissen, um bei Fehlern, die ein „gewöhnlicher“ Testleser nur als holprige Stelle empfindet, die passenden Verbesserungsvorschläge zu geben. Man darf jedoch nie aus den Augen verlieren, dass es sich bei dem beurteilten Buch um das Eigene handelt. Man muss sich treu bleiben. Man sollte auch die notwendigen Änderungen dem ureigenen Stil anpassen. Und man muss an sich glauben. Indem ich mein Buch der Öffentlichkeit präsentiere, setze ich mich der Kritik von Fremden aus. Deswegen hilft es, sich vorweg allein im Kämmerchen mit den möglichen Einwänden zu befassen und Argumente für sein Werk zu sammeln. Vielleicht stößt man dabei auf die eine oder andere Ungereimtheit und kann sie selbst ausbügeln. Besser zu viel Zeit in die Vorbereitungsphase investieren, als später von jemand anderem darauf gestoßen zu werden. Hat man das Glück, einen Kollegen um Rat fragen zu können, stellt er einerseits seinen professionellen Blickwinkel zur Verfügung, andererseits besteht aber auch die Gefahr, ein Gemeinschaftswerk zu schaffen. Dieses Risiko sollte man im Hinterkopf behalten.

Nicht nur als „Hobbylektoren“ sollten andere Schriftsteller gefragt sein. Sobald die Veröffentlichung – auf welche Art auch immer – erfolgt ist, sind Kollegen unschätzbare Lieferanten von Kontakten und Erfahrungen. Ich habe das Glück, Anfang 2010 als Mitglied im Künstlerverein ART Schmidatal, einer regionalen Vereinigung von Malern, Musikern, Fotografen, Schriftstellern und anderen Kreativen, aufgenommen worden zu sein. Für Werbemaßnahmen – unter anderem in Zeitschriften – und Lesungen stehen mir dadurch ganz andere Möglichkeiten zur Verfügung, als es für mich als einzelne Person der Fall wäre.

Ich denke, ich und viele andere Autoren zählen zu der Gruppe der Einzelgänger. Unter uns gibt es exzentrische Sonderlinge und manchmal schlechte Gesellschafter. Um kreativ sein zu können, brauche ich auch Zeit für mich und habe den Kopf in anderen Sphären. Deswegen ist eine Zusammenarbeit unter Schriftstellern nicht immer leicht. Wenn es aber funktioniert, dann kann sie wunderbar inspirierend und befruchtend sein. Vielleicht existiert bereits eine Autorengruppe in der Nähe, oder man versammelt selbst Gleichgesinnte um sich. Das Internet bietet glücklicherweise jede Menge Möglichkeiten, sich mit Menschen aus aller Welt zu vernetzen. Ich nutze hauptsächlich Facebook und weniger oft Xing sowie andere Internetplattformen, um meine Arbeit vorzustellen, und kann nur jedem Autor empfehlen, sich die Gelegenheit zum Austausch mit anderen Schreibenden nicht entgehen zu lassen.

7. aus  “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”: Du sollst das Exposé nutzen!

Will man einem Verlag sein Werk anbieten, braucht man neben einer aussagekräftigen Leseprobe auch ein sogenanntes Exposé. Darin enthalten sein müssen eine vollständige Inhaltsangabe, in der auch das Ende verraten wird, eine Beschreibung der Charaktere und ihrer Beweggründe sowie die Gründe, weshalb der Autor gerade diesen Roman, diese Geschichte geschrieben hat. Was spricht aus Sicht des Autors für das Werk?

Ihr könnt das Exposé zum Finden von Fehlern und Ungereimtheiten in eurem Manuskript nutzen. Die Vorzüge des eigenen Werkes hervorzuarbeiten, die persönliche Faszination von den Charakteren an Fremde überspringen zu lassen und sich selbst anzupreisen, ist manchmal gar nicht so leicht. Doch den Inhalt in komprimierter Form zu Papier zu bringen offenbart unlogische Stellen oder Auslassungen. Ist die Motivation der handelnden Personen nicht gut rübergebracht? Sind sich die Charaktere zu ähnlich? Habt ihr den Spannungsbogen nicht über die gesamte Länge des Textes gespannt? Jetzt ist Zeit, solche Mängel auszumerzen.

8. aus “Die 8 Gebote fuer Schriftsteller”:  Du sollst dein Baby loslassen!

Ich bezeichne meine Projekte gerne als meine Kinder, obwohl ich sie im besten Fall stiefmütterlich behandle. Dennoch finde ich den Vergleich, der in euren Ohren vielleicht seltsam klingt, treffend. Ich ziehe sie groß, stecke mein Herzblut in ihren Fortschritt und tue alles, damit sie sich zu der besten Version ihrer selbst entwickeln. Und dazu gehört auch, ihnen Zeit für sich selbst zu schenken.

Nach dem ersten Überarbeiten lasst die Geschichte oder den Roman am Besten in einer Schublade ruhen. Mit etwas zeitlichem Abstand könnt ihr die letzten Fehler erkennen und ausmerzen, weil ihr den Text objektiver beurteilen könnt. Aber wenn ihr sicher seid, dass ihr für den Augenblick alles euch Mögliche getan habt, dann lasst euer Baby ziehen. Packt die Unterlagen zusammen, und schickt sie in die Welt hinaus. Und dann heißt es jede Menge Geduld aufzubringen. Antworten können bis zu einem Jahr dauern.

Zum Schluss

Ob ich auf meiner Reise mit der Schriftstellerei getane Dinge bereue? Ich würde lügen, wenn ich Nein sagen würde. Stünde ich noch einmal vor der Entscheidung, meine Krimireihe sofort zu veröffentlichen oder zuzuwarten, würde ich mir mehr Zeit geben. Ich würde mich nicht so unbedarft und blauäugig in das Abenteuer stürzen. Nicht umsonst habe ich 2012 einige Dinge an meinen Büchern verändert. Allerdings habe ich durch die Veröffentlichung wichtige Erfahrungen gemacht und Kontakte geknüpft, die ich nicht missen möchte. Meine Entscheidung hat mich zu dem Punkt gebracht, an dem ich jetzt stehe.

Ich wünsche jedem Kollegen alles Gute auf dieser Reise, die jedes Mal anders ist, jedes Mal mitreißend, überwältigend und die eigene Welt verändernd.

Und nun zu dir lieber Schriftsteller und Autor, beachte die 8 Gebote für Schriftsteller von Betty Kay und aus dir wird ein Meister der Worte. Viel Erfolg wünscht Dir

Christel Siemen Christel Siemen

Bücher und Tipps, die Betty Kay nur empfehlen kann:

http://www.betty-kay.at/ Blog von Bettina Kiraly

Über das Schreiben” von Sol Stein: DER Schreibratgeber schlechthin

Wie man einen verdammt guten Roman schreibt” von James N. Frey: Alle Infos für einen gelungenen Roman

Schau mir in die Augen, Kleines” von Oliver Schütte: Dialoge effektiv gestalten

Das Drehbuch” von Syd Field: Für das Schreiben eines Romans ist besonders der Teil des Buches interessant, in dem beschrieben wird, wie man Spannung aufbauen kann.

Wie veröffentliche ich ein E-Book auf amazon.de? oder Kindle für Autoren” von Wilhelm Ruprecht Frieling: Der Titel ist Programm. Empfehlenswerte Lektüre schon beim Planen eines E-Books.

 

Facebook Like

654total visits,2visits today

Inferno der Herzen

Neuseeland Roman von Christel Siemen

Emotions-geladene Dramatik und romantische Sinnlichkeit vor der wunderschönen Kulisse Neuseelands – ein Roman von Christel Siemen Nach dem frühen Tod ihrer Mutter, verlassen vom Vater und ohne Job, findet die junge Chiara auf der Rinderfarm »Tangata Whenua« ihrer Tante Maggie an der Ostküste von Neuseeland ein neues Zuhause. Chiaras unkomplizierte und herzliche Art, ihr Witz und Charme und die Freundlichkeit der Menschen auf der Farm, helfen ihr, sich schnell heimisch zu fühlen. Vor allem der schweigsame Rinderherdenmanager Marc zieht sie magisch an. Doch seine verschwiegen, schicksalhafte Vergangenheit macht es Chiara nicht leicht, ihn für sich zu gewinnen. Durch Sabotage-Akt auf der Farm überschlagen sich die dramatischen Ereignisse und Chiaras Leben hängt plötzlich an einem seidenen Faden …

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *